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Astralreligion, religionsgeschichtlich. Abgeleitet von griech. α῎στρα/ástra »Sterne« bedeutet A. die kultische Verehrung von Himmels- bzw. Gestirnsgottheiten oder Gestirnen. Das Verhältnis zwischen Gestirn und Gottheit ist – mit fließenden Grenzen – eine Identifizierung oder bloße Zuordnung. A. ist keine selbständige Rel., sondern Elemente davon finden sich innerhalb einzelner Rel.systeme. Forschungsansätze, die in der A. oder Astralmythologie eine Erklärung für Mythologie insgesamt suchten, sind überholt. Die Astrologie, bei der man vom Einfluß der Konstellation bzw. des Laufs der Gestirne auf das Schicksal ausgeht, ist von A. zu unterscheiden.

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. Die geographische Lage zw. Ägypten und Nordsyrien/Kleinasien bindet Kanaan/Israel ab der Mitte des 2.Jt. in den diplomatischen Verkehr ein, vermehrt seit der Zeit des Friedensschlusses nach der Schlacht von Kadesh (1274). Trotz archäologischer Nachweise von diplomatischen und kulturellen Kontakten zw. Hethitern und dem Gebiet I. (z.B. Funde heth. Siegel[abdrucke], Elfenbeinplakette mit der hurritischen Göttin Šawuška aus Megiddo; Torlöwen aus Hazor) gibt das AT keine Bezugnahme auf das Hethiterreich, denn die Bezeichnungen ha-ḥittî bzw. b enê ḥet beziehen sich lediglich pauschal auf die nichtisraelit. Vorbevölkerung I. (z.B. Ex 3,8.17; Dtn 20,17; Jos 3,10; Ri 3,5 f.), ohne daß man dabei mit großen kleinasiatischen Bevölkerungsgruppen in I. rechnen sollte.

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Götterbote, religionsgeschichtlich. Die Vermittlung göttlicher Botschaften an Menschen kann apersonal (z.B. durch Vorzeichen, Träume) oder durch (halb)-göttliche Wesen bzw. Engel geschehen. G. sind »rel. Grenzgänger«, weil sie Grenzen zw. dem irdisch-menschlichen und dem außerirdisch-göttlichen Kosmos überschreiten können; insofern gehören auch Engel im Judentum, Christentum und Islam funktionell zu G. – Zu den bekanntesten G. gehört Hermes, der im griech. Epos von Zeus zu Menschen und Göttern geschickt wird, um Aufträge zu überbringen, wobei er kosmische Grenzen zw. Himmel und Erde, aber auch zw. Ober- und Unterwelt überwindet. Als griech. G. par excellence wird er zum Gott der Boten, Hirten und Kaufleute, da deren mobile Tätigkeit ihm vergleichbar ist, aber auch zum Seelengeleiter ins Jenseits. Auch Eros (: I.) und die mit dem Regenbogen assoziierte Iris fungieren in der klassischen Antike gelegentlich als G. – Die Vermittlung von Botschaften zw. kosmischen Bereichen durch G. kennt die Überlieferung im AO, z.B. beauftragt Inanna in der sum. Mythologie vor ihrem Gang in die Unterwelt ihre Botin Ninšubur, im Falle der Nichtrückkehr bei anderen Göttern zu Gunsten von Inanna zu intervenieren. In der akkad. Dichtung »Nergal und Ereškigal« fungiert Kaka als Bote des Himmelsgottes Anu, der nicht nur die Einladung zu einem Gastmahl in die Unterwelt bringt, sondern auch mehrfach weitere Botschaften übermittelt – immer wörtlich in der Form wiederholt, wie sie ihm aufgetragen wurde; d.h. ein G. hat eine klar beschriebene Aufgabe, ohne eigenständig ins Geschehen einzugreifen. – Eine Beurteilung der Aufgaben von G. muß dabei jeweils innerhalb des spezifischen Weltbildes geschehen: Apsaren werden in hinduistischen Traditionen z.B. als göttliche Botinnen von Viṣṇu oder Śiva geschickt, um einen Asketen sexuell zu verführen, damit dieser seine durch Askese erworbene Macht, die die kosmische Ordnung umstoßen könnte, verliert. Ein solcher Verführungsauftrag hat dabei keine ethischen Konnotationen in eurozentrisch-christl. Sichtweise, sondern dient der Aufrechterhaltung der kosmischen Harmonie und der vorgegebenen Grenzziehungen innerhalb des Kosmos, die G. zwar überschreiten können, zu deren Bewahrung sie aber auch geschickt werden.

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Göttergruppen, religionsgeschichtlich. Die Zusammenstellung einzelner Götter zu G. dient der Strukturierung polytheistischer Panthea (Pantheon: I.) und ist Ergebnis kosmologischer Klassifikation oder priesterlich-theol. Spekulation. Häufig werden Göttergruppen binär, triadisch oder nach weiteren einfachen Zahlen gegliedert (Dyaden z.B.: Himmel/Erde, Sonne/Mond; Triaden: Himmel/Erde/Meer, Sonne/Mond/Morgenstern). Weitere Kriterien der Zusammenstellung von G. sind u.a.: (fiktive) Genealogien, lokale Bedürfnisse, geänderte polit. Verhältnisse, überlappende Funktionen einzelner Götter oder der Wandel theol. Konzepte.