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(Erbil, heute Irbil) ist die wichtigste Stadt in der Gegend Adiabene, östlich vom Tigris gelegen zwischen dem Kleinen und Großen Zab im heutigen Irak. Im 1.Jh. n.Chr. hat das dort residierende Königshaus, Königin Helena und ihr Sohn Izates, sich zum Judentum bekehrt (Flav. Jos. Ant. XX 2-4). Die erstmals von A. Mingana veröff. Chronik von A., die angeblich genaue Information über die Christianisierung bietet, ist eine späte Fälschung, wahrscheinlich von Mingana selber angefertigt, und völlig unzuverlässig. Die Christianisierung von A. ist von Edessa ausgegangen, wie die Akten von Mari, dem Apostel der Kirche des Ostens, bestätigen. Während der Regierung des Sassanidenfürsten Shapur II. (309–379) wurden die Christen in A. und in der Adiabene verfolgt. Die syr. geschriebenen Märtyrerakten bilden eine lit. geschlossene Gruppe mit hist. zuverlässiger Information. 410 auf der Synode von Seleucia-Ctesiphon wurde A. Sitz eines Metropoliten. Jene Synode markierte die polit. und konfessionelle Trennung zwischen der Kirche des Ostens und der byz. Reichskirche. Seitdem war die Kirche des Ostens nestorianisch. A. hatte eine theol. Schule, die in engster Beziehung zu der nestorianischen Akademie von Nisibis stand. Ḥenana von Adiabene (gest. 610) war ein einflußreicher Theologe und zeitweilig Haupt der nisibenischen Akademie. 637 wurde A. von den Muslimen erobert. Die christl. Gemeinschaft von A. geriet in Verfall, bis 1167 ein Wiederaufbau stattfand. Der Patriarch Denḥa (1265–1281), ein Freund von Barhebraeus, förderte die jakobitische Sache in A. (Syrien: V.). Heutzutage gibt es keine Christen mehr im überwiegend kurdischen Irbil.

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(syr. Bardaiṣan; 154 Edessa – 222 wahrscheinlich ebd.). Er war Hofphil0soph des Königs Abgar VIII. (177–212) von Edessa. Von seinen vielen syr. geschriebenen Schriften ist keine bewahrt geblieben, ausgenommen einige Frgm. seiner Hymnen bei Ephraem Syrus. In syr. Sprache ist außerdem das »Buch der Gesetze der Länder« überliefert, ein Dialog über Fatum und Freiheit. Weiter kennen wir in verschiedenen Versionen Berichte über B.' kosmologische Vorstellungen und weitere Ansichten bei griech., lat., syr. und arab. Autoren. Eine Hauptquelle bilden die polemischen Schriften des Ephraem Syrus, der die Bardesaniten in Edessa kennenlernte. Wo Ephraem, die kosmologischen Berichte und das »Buch der Gesetze der Länder« miteinander übereinstimmen, ist die Lehre B.' zu rekonstruieren: Die Welt ist durch Zufall entstanden, als die inaktive Finsternis sich mit den reinen Elementen vermischte. Der ganze Weltprozeß ist daraufhin gerichtet, die Finsternis zu vertreiben; er ist vom Wort des Denkens initiiert, das auch mit Jesus, dem Lehrer identifiziert wird. B. interpretierte mittelplatonische Lehren christlich. Er lehrte einen prinzipiellen Monotheismus und hat daher gegen die Markioniten (z.B. im »Buch der Gesetze der Länder«) polemisiert. B.' Dualismus in einem monotheistischen Rahmen hat dazu Anlaß gegeben, ihn als Lehrer Manis zu betrachten, bei dem B.' inaktive Finsternis zu einem aktiven Prinzip wird. B. kann als der erste christl. Humanist betrachtet werden, der das Problem des Bösen und der menschlichen Freiheit mit der Annahme eines Gottes zu versöhnen versuchte. Die nachnicaenische Rechtgläubigkeit hat ihn allmählich verketzert, wodurch seine Schriften weitestgehend verloren gegangen sind.

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. E., 303/302 v.Chr. von Seleucus I. an strategisch günstiger Stelle im nördlichen Mesopotamien gegründet, wurde nach dem Zerfall des Seleukidenreiches (Seleukiden) 132 v.Chr. Hauptstadt des Königreiches Osroene unter der arab. Dynastie der Abgariden, die nominell bis 242 n.Chr. herrschte. Der einheimische Name war Urhai, heute Urfa, Provinzhauptstadt in der südöstlichen Türkei. E. wurde 165/66 n.Chr. Klientelstaat der Römer und 213 colonia Romana. Die Abtretung von Nisibis an die Sassaniden 363 machte E. zur wichtigsten röm.-byz. Grenzfestung Nordmesopotamiens. Nach der arab. Eroberung 639 sank E.s Bedeutung.